Fällmittel & Koagulanten
Wir hälfen Ihnen gerne bei der Wahl des richtigen Koagulaten/ Fällmittels!
Frank Kuntze
Vertriebsleiter Wasser- und Prozessadditive
Warum Fällmittel & Koagulanten unverzichtbar sind
Proof of Performance – Unsere Referenzen






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FAQ
Was sind Fällmittel und Koagulanten und wie wirken sie?
Fällmittel und Koagulanten sind zentrale Prozessadditive in der industriellen Wasser- und Abwasseraufbereitung, da sie sowohl chemische Reaktionen als auch physikalische Prozesse auslösen, um Schadstoffe effektiv zu entfernen.
Fällmittel reagieren direkt mit gelösten Inhaltsstoffen wie Schwermetallen, Phosphaten oder Carbonaten und wandeln diese in schwerlösliche Feststoffe um (z. B. Metallhydroxide, Calciumcarbonate).
Koagulanten neutralisieren die Oberflächenladung von kolloidalen Partikeln und feinst verteilten Stoffen, wodurch diese sich zu größeren, sedimentierbaren Flocken verbinden.
Der kombinierte Einsatz sorgt für:Effektive Metallfällung in der Galvanik, Metallverarbeitung und Oberflächenbehandlung
Phosphatfällung in Lebensmittelindustrie und kommunalen Kläranlagen
Vorbehandlung in der Flusswasseraufbereitung zum Schutz von Membranen und Wärmetauschern
AOX-Elimination in der chemischen Industrie
Das Endergebnis: Ein stabiles, klares Wasser mit erfüllten Grenzwerten und optimalem Schutz der Anlagentechnik.
Welche typischen Probleme lassen sich mit Fällmitteln und Koagulanten lösen?
Fällmittel und Koagulanten bieten eine Lösung für eine Vielzahl an Prozess- und Abwasserproblemen, die mechanisch oder biologisch oft nicht ausreichend behandelt werden können:
Grenzwertüberschreitungen bei Metallen: Z. B. Nickel, Zink, Kupfer, Chrom, Blei – besonders relevant für die metallverarbeitende Industrie, Galvanik, Automobilzulieferer
Hohe Trübung und Schwebstoffgehalte: Abscheidung feiner Partikel in der Flusswasseraufbereitung oder bei Kühlwasservorbehandlung
Farb- und CSB-Belastungen: Entfernung von Lignin-basierten Farbstoffen in der Papierindustrie oder Farbstoffresten in der Textilverarbeitung
Phosphatbelastungen: Einhaltung von P-Grenzwerten zur Vermeidung von Eutrophierung
AOX-Elimination: Bindung organisch gebundener Halogene in chemischer Industrie und Recyclingprozessen
Fett- und Proteinbelastung: Vorbehandlung von Molkereiabwässern vor biologischer Stufe
Wie werden Fällmittel und Koagulanten dosiert?
Die Dosierung erfolgt in der Regel kontinuierlich oder als Stoßzugabe, abhängig von der Wasserqualität und dem Prozess:
Kontinuierlich: Gleichmäßige Dosierung über eine Dosierpumpe, gesteuert nach Durchfluss, pH oder Trübung
Stoßdosierung: Kurzfristige, gezielte Zugabe bei Belastungsspitzen oder für Sonderbehandlungen
Eine optimale Dosierstelle befindet sich meist vor einem Rührbehälter oder in einer Mischstrecke, um eine schnelle und vollständige Reaktion sicherzustellen.
Welche Rolle spielen Fällmittel in der Flotation?
In der Dissolved Air Flotation (DAF) sind Fällmittel oft der Schlüssel für eine stabile und schnelle Partikelabscheidung.
In Molkereien werden sie eingesetzt, um Fette, Proteine und feine Feststoffe zu binden und zu stabilen Flocken zusammenzuführen, die sich mit Luftblasen an die Oberfläche transportieren lassen.
In der Lebensmittelindustrie ermöglichen sie eine deutliche CSB- und Fett-Reduktion, was Abwasserabgaben reduziert und die biologische Stufe entlastet.
In der Metallverarbeitung helfen sie, fein verteilte Metallpartikel und -hydroxide effizient aus dem Abwasser zu entfernen.
Ein optimierter Einsatz sorgt für höhere Abscheideleistung, geringeren Chemikalienverbrauch und stabile Klarwasserqualität, selbst bei schwankender Zulaufbelastung.
Wie tragen Fällmittel zur Schwermetallentfernung bei?
Fällmittel sind in der Schwermetallfällung unschlagbar, da sie Metalle in schwerlösliche, filterbare Feststoffe umwandeln:
Chemischer Mechanismus: Metalle wie Nickel, Zink, Kupfer oder Chrom reagieren mit dem Fällmittel zu Metallhydroxiden, -carbonaten oder -sulfiden, die extrem geringe Restlöslichkeiten haben.
Praktische Anwendung: In der Galvanik werden sie oft in mehrstufigen Fällungsprozessen eingesetzt, um von mg/l- bis in den µg/l-Bereich zu kommen.
Prozessintegration: Durch gezielte pH-Steuerung und Einsatz passender Koagulanten wird die Flockengröße optimiert, was die Abscheidung in Sedimentationsbecken oder Filtern erleichtert.
Vorteil: Erfüllung strengster Einleitgrenzwerte bei gleichzeitiger Schlammoptimierung für eine kostengünstige Entsorgung.
Welche Bedeutung haben Fällmittel in der Flusswasseraufbereitung?
Bei der Aufbereitung von Rohwasser aus Flüssen dienen Fällmittel dazu:
Schwebstoffe zu entfernen und Trübungen zu reduzieren
Entkarbonisierung durch Ausfällung von Calcium- und Magnesiumsalzen
Schutz nachgeschalteter Membrananlagen oder Kesselanlagen vor Ablagerungen
Dies ist insbesondere in der Energie- und Industrieversorgung entscheidend, um Anlagenlaufzeiten zu verlängern und Wartungskosten zu senken.
Welche regulatorischen Aspekte sind bei Dispergatoren zu beachten?
Der Einsatz von Dispergatoren berührt Chemikalienrecht, Gewässerschutz, Arbeitsschutz und branchenspezifische Regeln. Die wichtigsten Punkte im Überblick – plus Praxis-Checkliste:
Chemikalienrecht & Arbeitsschutz
REACH: Nur Stoffe/Formulierungen einsetzen, die nach REACH registriert sind; Expositionsszenarien beachten (v. a. bei professioneller/industrieller Verwendung).
CLP: Einstufung/ Kennzeichnung (Gefahrenpiktogramme, H-/P-Sätze) und Sicherheitsdatenblatt (SDB) in der aktuellen Fassung bereithalten.
Gefahrstoffverordnung / TRGS 510: Lagerung nach Gefahrenklassen (z. B. getrennte Lagerung, Lüftung), Betriebsanweisungen und Unterweisungen für Mitarbeiter.
WGK / AwSV: Wassergefährdungsklasse (WGK) prüfen; Lagerbehälter ggf. in Rückhaltewannen (Auffangräume) betreiben, regelmäßige Dichtheitskontrollen.
Gewässerschutz & Einleitung
Abwasserverordnung (AbwV): Abwasser aus Spülungen/Blowdown nur bei Einhaltung der Grenzwerte (z. B. CSB, AOX, Metalle) einleiten; ggf. Neutralisation / Vorbehandlung vorsehen.
Genehmigungspflicht: Bei indirekter Einleitung (Kanal) mit dem Entsorger/Kommunalbetrieb abstimmen; bei direkter Einleitung (Gewässer) behördliche Bescheide strikt einhalten.
Schlamm & Abfall: Schlämme/Feststoffe aus Filtration ggf. abfallrechtlich entsorgen (Deklaration, Nachweisführung).
Anlagen- & Branchenregeln
VDI 2047 Blatt 2 / 42. BImSchV (Verdunstungskühlanlagen, Nassabscheider): Chemieeinsatz (inkl. Dispergatoren) muss zur Hygieneführung passen; Biozid-/Betriebsprotokolle führen, Keimüberwachung dokumentieren.
VDI 6044 / VDI 2035 (geschlossene Kreisläufe/Heiz- und Kesselwasser): Dispergator muss werkstoff- und normkonform sein (Leitfähigkeit, pH, Korrosions-/Belagsrisiken).
Membrananlagen: Herstellerfreigaben beachten (Materialverträglichkeit von RO/NF/UF-Membranen, pH-Fenster, maximal zulässige Konzentrationen) – sonst droht Gewährleistungsverlust.
Lebensmittel/Pharma: Nur geeignete, freigegebene Formulierungen in indirekten Kontaktzonen einsetzen (z. B. Kühl-/Heizmedien ohne Produktkontakt); Hygiene- und Auditvorgaben (HACCP, GMP) einhalten.
Kraftwerke & Energie: Vorgaben aus DGRL (Druckgeräte), Betreiberregelwerken und ggf. TA Luft/WHG (z. B. bei Verdampfern/Absalzungen) beachten.
Dokumentation & Monitoring
Produktspezifikationen/SDB/TDB vorhalten; Kompatibilitätsnachweise (mit Inhibitoren, Bioziden, Antiscalants) dokumentieren.
Betriebsprotokoll: Dosiermengen, Konzentrationen, Messwerte (Trübung, ΔT, Differenzdruck), Ereignisse (Reinigung/Spülung) erfassen.
Wirkungs-/Einflusskontrolle: Regelmäßige Labor- & Online-Messungen (Trübung/Partikel, Leitfähigkeit, pH, ggf. AOX/CSB), Korrisionscoupons/Wärmeübertrager-Leistungsdaten auswerten.
Praxis-Checkliste vor dem Einsatz
Freigaben prüfen: REACH/CLP, SDB, WGK, Membran-/Anlagenhersteller.
Prozesstest: Labor-Jar-Test & Vor-Ort-Pilot (Kompatibilität mit Biozid/Inhibitor).
Einleitung klären: AbwV-Grenzwerte, interne/behördliche Vorgaben, Abscheider/Neutralisation.
Lagerung & Notfallplan: AwSV-konforme Lagerung, Rückhaltevolumen, Leckage-/Spill-Kit, Unterweisung.
Monitoring & Reporting definieren: Kennzahlen, Intervalle, Verantwortlichkeiten.
Mit diesem Vorgehen stellst du sicher, dass der Dispergator-Einsatz rechtskonform, auditfest und betriebssicher erfolgt – und gleichzeitig die Prozessleistung messbar steigt.
Können Fällmittel AOX aus Abwasser entfernen?
Ja – Fällmittel können AOX (adsorbierbare organisch gebundene Halogene) in vielen industriellen Abwässern zuverlässig reduzieren.
Wirkprinzip: Spezielle Fällmittel binden AOX-haltige Molekülverbindungen an ihre Flockenstruktur, sodass sie mit dem Schlamm ausgetragen werden.
Typische Einsatzgebiete: Chemische Industrie, Papier- und Zellstoffproduktion, Oberflächenbehandlung
Nutzen: Sicherstellung der Einhaltung von AOX-Grenzwerten gemäß Abwasserverordnung und branchenspezifischen Vorschriften (z. B. AbwV, EU-Richtlinien).
Prozessvorteil: AOX-Elimination kann oft in bestehende Fäll-/Flockungsstufen integriert werden, ohne separate Anlagen investieren zu müssen.
Wie finde ich das optimale Fällmittel für meinen Prozess?
Die Auswahl des richtigen Fällmittels oder Koagulanten ist prozessspezifisch und sollte immer auf einer fundierten Analyse basieren. Wir empfehlen folgende Vorgehensweise:
Wasseranalyse – Ermittlung der Rohwasser- oder Abwasserparameter (Metallgehalte, Phosphate, AOX, Trübung, pH, Leitfähigkeit, Komplexbildner, Salzgehalt).
Prozesstechnische Rahmenbedingungen – Abklärung, ob das Wasser in Flotation, Sedimentation, Filtration, Membranverfahren oder in einer Kombination behandelt wird.
Zielwerte und Regulatorik – Definition der einzuhaltenden Grenzwerte (Abwasserverordnung, branchenspezifische Standards, interne Qualitätsvorgaben, ggf. Zero-Liquid-Discharge-Anforderungen).
Testphase – Durchführung von Jar-Tests im Labor oder Pilotversuchen unter realen Bedingungen, um die optimale Dosiermenge, den pH-Bereich und mögliche Koagulantenkombinationen zu bestimmen.
Langzeitoptimierung – Kontinuierliche Überwachung von Wirkungsgrad, Chemikalienverbrauch und Schlammvolumen zur weiteren Prozessverbesserung.
Unser Servicevorteil: Sie können uns jederzeit Wasserproben zusenden. In unserem Technikum ermitteln wir für Sie kostenlos die optimalen Fällmittel- und Koagulantenkombinationen – exakt abgestimmt auf Ihre Prozessbedingungen und Ihre Zielwerte. Anschließend erhalten Sie eine klare Produktempfehlung mit Dosierhinweisen und möglichen Optimierungsvorschlägen.
Wie kann man Fällmittel für die selektive Metallentfernung aus komplexbildenden Abwässern optimieren?
Komplexbildner wie EDTA, Ammoniak oder Cyanide binden Metalle so stark, dass Standardfällmittel oft nicht ausreichen, um die Grenzwerte zu erreichen. In solchen Fällen sind selektiv wirkende Spezialfällmittel erforderlich, die gezielt mit Metallionen reagieren, ohne die restliche Wasserchemie unnötig zu beeinflussen.
Eine erfolgreiche Optimierung beinhaltet:
Vorbehandlungsschritte (z. B. pH-Anpassung, Oxidation, Reduktion), um Komplexe aufzubrechen
Auswahl des richtigen Fällmittels mit hoher Affinität zu den Zielmetallen
Dosieroptimierung anhand von Jar-Tests unter realistischen Prozessbedingungen
Kombination mit Hochleistungs-Koagulanten, um selbst feine Partikel effizient abzutrennen
Gerade in der metallverarbeitenden Industrie und Galvanik sind solche maßgeschneiderten Lösungen oft der Schlüssel zur sicheren Einhaltung von µg/l-Grenzwerten.
Welche Prozessstrategie ist für die Integration von Fällmitteln in DAF-Anlagen optimal?
In Dissolved Air Flotation (DAF)-Systemen hängt der Erfolg der Partikel- und Fettabscheidung stark von der Chemikalienvorbehandlung ab. Fällmittel und Koagulanten sollten so eingesetzt werden, dass:
Flocken mit optimaler Dichte und Festigkeit entstehen, die sich gut an Luftblasen anlagern
Die Kontaktzeit zwischen Chemikalienzugabe und Luftsättigungsstufe präzise abgestimmt ist
Überdosierungen vermieden werden, da diese zu instabilen Flocken oder zu hohem Chemikalienverbrauch führen
Gerade in Molkereien und der Lebensmittelindustrie kann eine fein abgestimmte Fällmittelstrategie die Fett- und CSB-Werte im Klarwasser drastisch reduzieren – und damit Abwasserabgaben und Betriebskosten senken.
Wie lassen sich Fällmittelprozesse bei schwankender Rohwasserqualität automatisiert steuern?
In Anwendungen wie Flusswasseraufbereitung oder bei saisonal variierenden Rohwasserquellen schwanken Trübung, Härte und Metallgehalte oft stark. Eine dynamische Dosierstrategie kann hier entscheidend sein:
Einsatz von Online-Sensoren für Trübung, pH, Leitfähigkeit oder Metallionen
Regelalgorithmen in der Dosiersteuerung, die Chemikalienmengen automatisch anpassen
Mehrstufige Fäll-/Flockungsstrecken, um Belastungsspitzen abzufangen
Integration mit digitalen Monitoring- und Auswertesystemen für präzise Prozesskontrolle
Diese Vorgehensweise ist besonders in der Energieversorgung, Kraftwerkswasseraufbereitung und bei Großanlagen wichtig, um sowohl Betriebssicherheit als auch Compliance zu gewährleisten.
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