Zielgenaue Mikronährstoffversorgung
Biologische Klärstufe optimieren? Wir helfen weiter!
Frank Kuntze
Vertriebsleiter Wasser- und Prozessadditive
Warum Nährstoff- und Spurenelementdosierung wichtig ist
Proof of Performance – Unsere Referenzen






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FAQ
Warum sind Nährstoffe und Spurenelemente in biologischen Kläranlagen so wichtig?
In einer biologischen Abwasserbehandlung übernehmen Mikroorganismen – Bakterien, Pilze, Protozoen – die Hauptarbeit beim Abbau organischer und anorganischer Schadstoffe.
Damit diese Organismen optimal arbeiten können, müssen drei zentrale Voraussetzungen erfüllt sein:
Energiequelle (organische Stoffe, z. B. Kohlenhydrate, Fette, Proteine)
Makronährstoffe (Stickstoff, Phosphor, Kalium) für den Aufbau von Zellstrukturen
Spurenelemente (z. B. Eisen, Kupfer, Zink, Kobalt, Molybdän) für enzymatische Stoffwechselreaktionen
Fehlt nur eine dieser Komponenten, kann die Stoffwechselkette der Mikroben unterbrochen werden – vergleichbar mit einer Produktionslinie, in der ein fehlendes Bauteil die gesamte Fertigung stoppt.
Das Ergebnis sind:
Geringerer CSB- und BSB₅-Abbau
Instabile Prozesswerte (pH, gelöster Sauerstoff, Redoxpotential)
Sichtbare Betriebsprobleme wie Schaumbildung, Flockenzerfall oder Filamentwachstum
Beispiel aus der Praxis:
In einer Molkerei-Kläranlage führte ein Phosphormangel trotz hoher CSB-Belastung zu instabiler Nitrifikation und erhöhtem Ammonium im Ablauf. Erst durch die gezielte Zugabe eines ALMA AQUA Nährstoffmixes wurde die Nitrifikation innerhalb von 48 Stunden wiederhergestellt.
Woran erkenne ich einen Nährstoff- oder Spurenelementmangel in meiner Anlage?
Ein Mangel lässt sich sowohl direkt durch Laboranalysen als auch indirekt durch Prozessbeobachtungen erkennen.
Typische Indikatoren im Betrieb:
Chemisch-analytisch:
Erhöhte Ablaufwerte bei CSB, BSB₅, Ammonium oder Nitrat
Ungünstiges N/P-Verhältnis im Zulauf
Sehr niedrige Konzentrationen bestimmter Metalle (Fe, Cu, Co, Mo) in der Schlammphase
Prozessbiologisch:
Reduzierte Sauerstoffaufnahme (OUR)
Verlängerte Anlaufzeiten nach Lastspitzen
Geringere Gasproduktion in anaeroben Anlagen
Visuelle Hinweise:
Schaumbildung oder instabile Schlammflocken
Fadenziehender Schlamm (Filamentbakterien)
Dunkle oder sehr helle Schlammfärbung (Fehlbesiedlung)
Praxis-Tipp:
Eine mikroskopische Untersuchung in Kombination mit einer Nährstoffbilanz ist der sicherste Weg, um einen Mangel frühzeitig zu erkennen – bevor es zu Grenzwertüberschreitungen kommt.
Wie wird der richtige Nährstoffbedarf ermittelt?
Die Bestimmung erfolgt über eine Nährstoffbilanzierung:
Analyse der Zulaufwerte (CSB, BSB₅, Gesamt-N, Gesamt-P, Spurenelementgehalte)
Berechnung des N/P-Verhältnisses – für aerob betriebene Anlagen liegt der Idealwert meist bei ca. 100:5:1 (CSB:N:P)
Prozessbeobachtung – Reaktionszeiten, Abbaugrad, Schlammeigenschaften
Labortests mit gezielter Nährstoffzugabe zur Wirksamkeitsprüfung
Tipp: ALMA AQUA bietet eine komplette Nährstoffanalyse inkl. Dosierempfehlung für jede Anlagengröße.
Welche Spurenelemente sind besonders kritisch für den Prozess?
Schlüssel-Elemente für eine stabile biologische Wasser- und Abwasserbehandlung:
Eisen (Fe):
Beteiligt am Elektronentransport in der Atmungskette
Wichtig für die Bildung stabiler Flockenstrukturen
Fehlt Eisen, zerfallen Flocken, und die Absetzeigenschaften verschlechtern sich
Kupfer (Cu):
Aktiviert Oxidations- und Reduktionsenzyme
Wichtig für Denitrifikationsbakterien
Überdosierung kann jedoch toxisch wirken
Kobalt (Co):
Unverzichtbar für die Vitamin-B₁₂-Synthese in Methanbildnern
Besonders kritisch in anaeroben Prozessen, z. B. Biogasanlagen
Zink (Zn):
Co-Faktor zahlreicher Enzyme
Unterstützt die Zellwand- und Membranstabilität
Molybdän (Mo):
Notwendig für die Nitrifikation und Nitratreduktion
Mangel führt zu Stickstoffabbauproblemen
Praxisbeispiel:
In einer industriellen Abwasserbehandlungsanlage der Chemiebranche führte ein Kobalt- und Nickel-Mangel zu drastischem Rückgang der Biogasproduktion. Nach Zugabe eines ALMA AQUA Spurenelementmixes konnte die Methanausbeute um 30 % gesteigert werden.
Welche Risiken bestehen bei einer Überdosierung?
Eine Überdosierung kann genauso problematisch sein wie ein Mangel – nur weniger offensichtlich.
Mögliche Risiken:
Erhöhte Betriebskosten durch unnötigen Chemikalienverbrauch
Ausfällung von Nährstoffen im Ablauf → Überschreitung der Grenzwerte für Gesamt-N oder Gesamt-P
Toxische Effekte auf empfindliche Mikroorganismen bei Spurenelementen wie Kupfer, Nickel oder Zink
Sekundäre Effekte:
Bildung störender Feststoffe (z. B. Eisenphosphat-Schlamm)
Hemmung bestimmter Stoffwechselwege (z. B. Nitrifikation)
Vorbeugung:
Automatisierte Dosiersysteme mit Flow- oder Lastabhängiger Steuerung
Regelmäßige Überprüfung der Konzentrationen im Reaktor und Ablauf
Kombination mit Prozessmonitoring (OUR-Messung, Mikroskopie, Nährstoffbilanz)
Wie werden Nährstoffe und Spurenelemente dosiert?
ontinuierliche Dosierung: Über eine Dosierpumpe direkt in den Zulauf oder Belüftungsbecken
Stoßdosierung: Bei akuten Mangelzuständen oder Prozessstörungen
Mehrpunktdosierung: Für große Anlagen oder mehrere Reaktorlinien
Wir bieten komplette Dosiersysteme mit Vorratsbehältern, Steuerung und Fernüberwachung an.
Sind die Produkte für alle biologischen Verfahren geeignet?
Ja – ALMA AQUA Nährstoffe und Spurenelemente sind so formuliert, dass sie breit anwendbar und prozesskompatibel sind:
Aerobe Verfahren:
Belebtschlamm (konventionell)
Membranbioreaktoren (MBR)
Tropfkörperanlagen
Anaerobe Verfahren:
Faulung (kommunal & industriell)
UASB-/EGSB-Reaktoren
Co-Fermentation in Biogasanlagen
Kombinierte Verfahren:
Nitrifikation / Denitrifikation
Sequencing Batch Reactors (SBR)
Wichtig:
Die genaue Zusammensetzung (Makronährstoffe, Spurenelemente, Chelate) wird an den Prozesstyp, die Abwassercharakteristik und die Belastung angepasst.
So wird sichergestellt, dass die Mikroorganismen optimal versorgt werden, ohne den Prozess durch Überdosierung zu belasten.
Wie optimiere ich den N/P-Quotienten in meiner biologischen Anlage?
Der N/P-Quotient (Verhältnis von Stickstoff zu Phosphor) ist ein zentraler Indikator für die Nährstoffversorgung in biologischen Reinigungsprozessen.
Richtwerte für aerobe Verfahren: ca. 100:5:1 (CSB:N:P)
Richtwerte für anaerobe Verfahren: variieren je nach Substrat, oft niedrigerer P-Bedarf
Optimierungsstrategie:
Zulaufcharakteristik analysieren – Messung von CSB, Gesamt-N, Gesamt-P
Tages- und Wochenschwankungen berücksichtigen
Feinabstimmung der Dosierung anhand von Ablaufwerten und Mikroskopieergebnissen
Lastabhängige Steuerung mit automatischer Anpassung der Nährstoffzugabe
Praxisbeispiel:
In einer Molkerei-Kläranlage konnte durch präzise Einstellung des N/P-Verhältnisses von 100:3:0,8 auf 100:5:1 die Nitrifikationsleistung um 20 % gesteigert und die Ammoniumwerte im Ablauf dauerhaft unter 2 mg/l gehalten werden.
Welche Spurenelemente sind in anaeroben Biogasanlagen besonders kritisch?
Anaerobe Prozesse – speziell Methanbildungsstufen – reagieren sehr empfindlich auf Spurenelementmangel. Besonders wichtig sind:
Kobalt (Co): essenziell für Vitamin B₁₂, unverzichtbar für Methanogene
Nickel (Ni): Co-Faktor für Enzyme in der Methanogenese
Selen (Se): für Enzyme im Acetatabbau
Eisen (Fe): Elektronentransport, Schwefelwasserstoffbindung
Typische Probleme bei Mangel:
Rückgang der Methanproduktion
Anstieg von flüchtigen Fettsäuren (VFA) → pH-Abfall
Instabile Gasqualität (CO₂-Anstieg)
Lösung:
Gezielte Zugabe von ALMA AQUA Spurenelementmischungen mit chelatierter Stabilisierung, um Ausfällungen bei Sulfid- oder Karbonatüberschuss zu verhindern.
Wie kann ich einen Spurenelementmangel frühzeitig erkennen, bevor der Prozess instabil wird?
Früherkennung ist entscheidend, um Prozessstörungen und Grenzwertüberschreitungen zu vermeiden.
Empfohlene Methoden:
Regelmäßige Laboranalysen von Biomasse und Wasser (Gesamt- und gelöste Spurenelemente)
Mikroskopische Kontrolle: Rückgang der Artenvielfalt, Auftreten filamentöser Bakterien oder Protozoen-Mangel
Online-Prozessüberwachung: Änderungen bei Gasproduktion (anaerob), OUR/Respiration Rate (aerob)
Biotests: Labormaßstabstests mit gezielter Nährstoffzugabe → Reaktionsgeschwindigkeit messen
Praxis-Tipp:
Oft treten Spurenelementmängel zuerst in Teilprozessen auf, z. B. Hemmung der Nitrifikation oder reduzierte Biogasausbeute. Eine kontinuierliche Prozessdatenauswertung in Kombination mit einer proaktiven Nährstoffstrategie verhindert, dass es überhaupt zu kritischen Störungen kommt.
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