Unsere Lösung: Reinigung mit System
Anlage verschmutzt? Wir helfen weiter!
Frank Kuntze
Vertriebsleiter Wasser- und Prozessadditive
Warum regelmäßige Reinigung entscheidend ist
Proof of Performance – Unsere Referenzen






Ihre Vorteile mit ALMA AQUA Reinigungsmitteln
Service & Technik – alles aus einer Hand
Beratung & Systemaufnahme
Belags- und Wasseranalyse
Online Monitoring & Softwarelösungen
Integrierte Dosier- und Regeltechnik
Automatisierte Additivnachversorgung
Auswertung & Berichtserstattung
Formulierungen & Kompatibilität
OEM & Private Label Lösungen
FAQ
Wann ist der Einsatz von sauren Reinigungsmitteln sinnvoll?
Saure Reiniger sind die erste Wahl, wenn mineralische oder oxidische Ablagerungen in Wassersystemen vorliegen, die durch Ausfällungen aus dem Kreislaufwasser oder durch Korrosionsreaktionen entstehen.
Typische Ablagerungen:
Calciumcarbonat (Kalk) aus hartem Speisewasser oder CO₂-Entgasung
Calciumsulfat (Gips), oft in industriellen Kühlkreisläufen mit hoher Sulfatbelastung
Eisenoxide (Rost, Magnetit) durch Sauerstoffkorrosion oder Anfahrprozesse
Silikate aus Kieselsäure im Rohwasser
Mischbeläge aus Kalk, Eisen und organischen Stoffen
Wirkprinzip:
Säuren wie Phosphorsäure, Zitronensäure, Sulfaminsäure oder spezielle Mischungen lösen diese Ablagerungen, indem sie mit den Mineralien reagieren und sie in wasserlösliche Salze umwandeln.
Praxisbeispiel:
In einem Verdunstungskühlturm mit hohem Kalkgehalt kann eine saure Reinigung den Wärmeübergang um bis zu 20 % verbessern und gleichzeitig Biofilmbildung verhindern, da die mineralische Basis des Biofilms entfernt wird.
Wann ist der Einsatz von alkalischen Reinigungsmitteln sinnvoll?
Alkalische Reiniger kommen zum Einsatz, wenn organische oder fettige Verschmutzungen im System dominieren – häufig in der Lebensmittel-, Getränke- oder Papierindustrie, aber auch in Membrananlagen.
Typische organische Beläge:
Biofilme (Bakterien, Algen, Pilze) mit organischer Matrix
Fette, Öle und Schmierstoffe aus Produktionsprozessen
Eiweiß- oder Stärkeablagerungen aus der Lebensmittelverarbeitung
Polymerreste aus Flockungsmitteln oder Produktionshilfsstoffen
Wirkprinzip:
Alkalische Reiniger enthalten oft Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid kombiniert mit Tensiden und Komplexbildnern, um organische Strukturen aufzubrechen, Fett zu verseifen und Partikel zu dispergieren.
Praxisbeispiel:
In einer Papierfabrik wurde durch den Einsatz eines speziellen alkalischen CIP-Reinigers der Druckverlust in Wärmetauschern um 30 % reduziert und die Standzeit der Anlage um mehrere Wochen verlängert.
Wann sind oxidative Reiniger die richtige Wahl?
Oxidative Reiniger sind die effektivste Wahl, wenn mikrobiologische Belastungen oder stark vernetzte organische Beläge entfernt werden müssen, die gegen rein saure oder alkalische Mittel resistent sind.
Typische Anwendungen:
Beseitigung von Legionellen-Biofilmen in Kühlwassersystemen
Desinfektion von RO-/Membrananlagen nach mikrobieller Kontamination
Reinigung von Nassabscheidern in Abluftanlagen
Hygienisierung von Fernwärmenetzen nach längerem Stillstand
Wirkprinzip:
Oxidationsmittel wie Natriumhypochlorit, Peressigsäure oder Wasserstoffperoxid greifen die organische Matrix an, zerstören Zellwände und desinfizieren gleichzeitig.
Praxisbeispiel:
Bei einer RO-Anlage in der Getränkeindustrie konnte durch eine kombinierte oxidative Vorbehandlung und saure Nachreinigung die Permeatleistung um 25 % gesteigert und der mikrobiologische Befall vollständig eliminiert werden.
Wie läuft eine chemische Reinigung in der Praxis ab?
Ein typischer Reinigungsprozess umfasst:
Analyse: Wasserprobe und ggf. Belagsabnahme zur Bestimmung der Belagsart
Reinigungsmittelwahl: Saure, alkalische oder oxidative Variante je nach Belag und Material
Dosierung & Umwälzung: In einem geschlossenen Kreislauf (CIP) oder offline mit externer Pumpe
Kontaktzeit: Je nach Belagsstärke zwischen 30 Minuten und mehreren Stunden
Spülung: Mit VE-Wasser oder entchlor-temperiertem Wasser, bis Restchemie entfernt ist
Neutralisation: Falls notwendig, vor Einleitung ins Abwasser
Nachbehandlung: z. B. mit Korrosionsinhibitoren oder Bioziden
Wie oft sollte eine Reinigung durchgeführt werden?
Die Reinigungsintervalle hängen stark von Anlagentyp, Wasserqualität, Belastung und Normvorgaben ab.
Eine proaktive Reinigung ist kosteneffizienter als eine Reaktion auf Totalausfälle.
Empfohlene Intervalle:
Kühlkreisläufe: mind. 1–2 × pro Jahr oder bei ΔT-Verlust >2 K bzw. Druckanstieg um >0,5 bar
Kesselanlagen: bei Kesselsteinbildung >0,5 mm oder magnetithaltigem Schlamm >200 mg/l
RO-/Membrananlagen: bei SDI >5 oder ΔP-Anstieg um >15 %
Fernwärmesysteme: bei Eisenwerten >1 mg/l oder sichtbarer Schlammfracht
Lebensmittel-/Pharmaanlagen: nach HACCP/GMP-Plan, oft wöchentlich bis monatlich
Tipp: Die Reinigungshäufigkeit lässt sich durch Online-Monitoring von Differenzdruck, Temperaturdifferenz und Keimzahl optimieren.
Welche regulatorischen Vorgaben sind bei der Reinigung zu beachten?
Chemische Reinigungen in Wassersystemen müssen gesetzliche, technische und branchenspezifische Regelwerke einhalten:
VDI 2047 / 42. BImSchV: Hygiene in Verdunstungskühlanlagen – Biofilm und Legionellen müssen kontrolliert werden
VDI 2035: Kessel- und Heißwasseranlagen – Belagsfreiheit ist essenziell für Energieeffizienz
DGRL (Druckgeräterichtlinie): Chemische Behandlung darf Druckgeräte nicht schädigen
WHG / TA Luft: Einleitung von Spülwasser nur nach Neutralisation und Genehmigung
Lebensmittel- und Pharmaindustrie: HACCP, GMP, FDA-konforme Reiniger verwenden
Membrananlagen: Herstellerfreigaben beachten, um Gewährleistung zu erhalten
Wie wird sichergestellt, dass die Reinigung das Anlagenmaterial nicht angreift?
Der Schutz der Anlagenmaterialien ist ein zentrales Thema in der chemischen Reinigung. ALMA AQUA berücksichtigt daher:
Werkstoffanalyse – Welche Metalle, Kunststoffe oder Beschichtungen sind verbaut?
Temperaturverträglichkeit – Viele Werkstoffe haben Temperaturgrenzen, z. B. Aluminium <60 °C bei Säurereinigung.
pH-Bereichstoleranz – Materialien wie Kupfer oder Messing reagieren empfindlich auf stark saure oder alkalische Milieus.
Inhibitorzugabe – Unsere Reiniger enthalten Metallschutzinhibitoren, die während der Reinigung eine temporäre Passivschicht bilden.
Neutralisationsschritt – Nach der Reinigung wird das System auf neutralen pH eingestellt, um Nachkorrosion zu verhindern.
Praxisbeispiel:
Bei der Reinigung eines Plattenwärmetauschers mit Titanplatten wurde ein spezieller inhibitorstabilisierter Zitronensäure-Reiniger eingesetzt, um sowohl Kalk als auch Biofilm zu entfernen – ohne Titan oder Dichtungen zu schädigen.
Können Reinigung und Desinfektion kombiniert werden?
Ja – das ist oft sogar sinnvoll.
Beispiel: Ein alkalischer Reiniger mit Tensiden löst den Biofilm auf, anschließend wird mit einem oxidativen Biozid nachbehandelt, um verbliebene Keime abzutöten.
Für Membrananlagen bieten wir auch 2-in-1-Produkte, die Reinigung und Desinfektion in einem Schritt ermöglichen.
Welche Vorteile bietet eine vorherige Belagsanalyse?
Die Belagsanalyse ist oft der entscheidende Faktor zwischen Erfolg und Misserfolg einer Reinigung.
Ohne Analyse wird häufig ein nicht optimales Reinigungsmittel gewählt, was zu unvollständiger Entfernung oder Materialschäden führen kann.
Nutzen der Belagsanalyse:
Identifizierung der Belagsart: mineralisch, organisch, biologisch oder Mischbelag
Chemieoptimierung: Auswahl von Wirkstoffen, pH-Bereich und Temperatur
Vermeidung von Fehlchemie: z. B. Einsatz von Säure auf Biofilm → keine Wirkung
Anlagenoptimierung: Rückschlüsse auf Wasserchemie, Dosierpunkte und Betriebsweise
Analytische Methoden:
Mikroskopie (Licht- und Rasterelektronenmikroskopie)
Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) zur Elementbestimmung
Thermogravimetrie (TGA) zur organisch/mineralischen Aufteilung
Praxisbeispiel:
In einem Kühlkreislauf einer Kunststoffextrusion wurde durch die Belagsanalyse festgestellt, dass es sich um einen Calcium-Phosphat-Mischbelag handelt. Statt einer Standard-Säurereinigung wurde eine gezielte Chelat-Reinigung durchgeführt – mit 100 % Belagsentfernung und ohne Materialschaden.
Wie funktioniert die CIP-Reinigung (Cleaning in Place) bei Membrananlagen optimal?
Die CIP-Reinigung (Cleaning in Place) ist das Standardverfahren zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit von Membrananlagen wie Umkehrosmose (RO), Nanofiltration (NF), Ultrafiltration (UF) oder Mikrofiltration (MF).
Ziel:
Entfernen von Fouling (organisch, biologisch, mineralisch)
Wiederherstellung des Permeatflusses
Senkung des Differenzdrucks (ΔP)
Verlängerung der Membranlebensdauer
Optimale Vorgehensweise:
Analyse der Leistungsdaten (Permeatfluss, ΔP, Salzrückhaltung) → Auswahl des passenden Reinigungsmittels
Chemiewahl nach Belagsart:
Saure Reiniger bei Kalk, Metalloxiden, Silikaten
Alkalische Reiniger bei organischem Fouling, Biofilm, Fett
Oxidationsfreie Reiniger (für Polyamidmembranen, da Chlor Schäden verursacht)
Vorbereitung: Spülung mit Permeat oder VE-Wasser, Temperaturkontrolle (meist 25–35 °C)
Umwälzphase: 30–60 Minuten je Kreislauf, Fließrichtung wechseln, um Ablagerungen mechanisch zu lösen
Einwirkphase: Lösung im Stillstand 30–60 Minuten belassen
Nachspülung: Mit Permeat oder VE-Wasser, bis Leitfähigkeit im Spülwasser stabil ist
Dokumentation: Chemikalienverbrauch, Messwerte, Reinigungseffekt
Tipp:
Eine regelmäßige CIP-Reinigung vor Erreichen kritischer Grenzwerte (z. B. ΔP-Anstieg >15 %, Flussverlust >10 %) erhöht die Lebensdauer von Membranen deutlich und reduziert Biofouling nachhaltig.
Wie lässt sich eine Legionellen-Kontamination durch Reinigung und Desinfektion nachhaltig beheben?
Legionellen sind wasserlebende Bakterien, die in Biofilmen siedeln und bei Aerosolbildung (z. B. in Kühltürmen oder Nassabscheidern) eine Legionellose verursachen können.
Eine reine Desinfektion reicht oft nicht aus, da Biofilme als Schutzschicht wirken.
Nachhaltige Vorgehensweise:
Ursachenanalyse: Wasserproben, Keimzahlbestimmung, Biofilmmessung, Strömungsanalyse (tote Zonen identifizieren)
Mechanische & chemische Biofilmentfernung:
Alkalische Reiniger mit Tensiden zum Aufbrechen der Biofilmmatrix
Nachfolgende oxidative Desinfektion (z. B. Peressigsäure, Chlor, Chlordioxid)
Schockdesinfektionsplanung:
Dosierung in erhöhter Konzentration für begrenzte Zeit
Umwälzung und vollständige Durchströmung aller Anlagenteile
Einhaltung der Kontaktzeit gemäß VDI 2047 / 42. BImSchV
Nachkontrolle: Keimzahlbestimmung, Legionellen-spezifische PCR-Analyse
Langfristige Prävention:
Kontinuierliche Bioziddosierung in niedriger Konzentration
Oberflächenmodifikationen, tote Zonen vermeiden
Regelmäßige Belags- und Biofilmanalysen
Praxisbeispiel:
In einem Kühlturm mit wiederkehrendem Legionellenbefall konnte durch eine zweistufige Reinigung (alkalisch + oxidativ) und anschließendes kontinuierliches Biozidprogramm die Keimbelastung dauerhaft unter den Grenzwerten gehalten werden – dokumentiert nach den Vorgaben der VDI 2047 Blatt 2.
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